Geschichte der Leistungsabzeichen und Bewerbe in der Österreichischen Feuerwehr
Die Idee der Leistungsabzeichen geht auf die militärischen Kampfabzeichen im Ersten Weltkrieg zurück, sie sollen die Fachausbildung und die Kompetenz der Träger veranschaulichen. Die nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführten Feuerwehrleistungs-Bewerbe und -Prüfungen bedeuten für die Ausbildung der Feuerwehrleute eine nicht mehr wegzudenkende Ergänzung. Im sportlichen Wetteifer werden die im Einsatz notwendigen Tätigkeiten und Handgriffe perfekt und schnell ausgeführt.
Im Gegensatz zur Auszeichnung, welche in Würdigung verschiedener Verdienste dem Feuerwehrmitglied verliehen wird, muss das Leistungsabzeichen unter Prüfungsbedingungen erworben werden. Die Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsabzeichens sind genau geregelt. Wird die vorgeschriebene Punktezahl erreicht, hat der Bewerber einen Anspruch auf das Leistungsabzeichen.
Bereits am 25. März 1925 hatten in Gattendorf im Burgenland erstmals „Feuerwehr-Wettübungen“ stattgefunden.
Anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums der Freiwilligen Stadtfeuerwehr St. Pölten, Niederösterreich, zeigten deren Züge am 4. Juli 1937 ein „Wettschlauchlegen über Hindernisse und Zielspritzen“ sowie einen „Stafetten-Hindernislauf“, in denen bereits die wichtigsten Elemente der österreichischen Feuerwehrleistungsbewerbe der Zweiten Republik und der Internationalen Feuerwehrwettkämpfe enthalten waren.
Am 18. September 1938 veranstaltete der steirische Landesfeuerwehrinspektor Dipl. Ing. Ludwig Wipler in Weiz einen Feuerwehrwettbewerb mit Löschangriff, Staffellauf und Aufstellen einer zweiteiligen tragbaren Schiebeleiter.
„Wettschlauchlegen“ war zu dieser Zeit in ganz Österreich vielerorts eine beliebte Abwechslung im Übungsbetrieb.
Wettbewerbe für den Löschangriff wurden ab 1946 in der Steiermark abgehalten. Zwei Jahre später beschloss der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband Wettkampfbestimmungen nach dem steirischen Vorbild. Kärnten folgte mit „Feuerwehr-Sportwettkämpfen“, die erste „Landesmeisterschaft“ fand dort am 5. November 1950 in Klagenfurt statt. Am 4. August 1951 wurden die „1. NÖ Landesfeuerwehrwettkämpfe“ in Haag ausgetragen.
Die ersten Bundesfeuerwehrleistungsbewerbe fanden 1964 in Wien statt.
1965 folgten bundeseinheitliche Bestimmungen, mit denen das Aussehen der Leistungsabzeichen, die Bewerbsbestimmungen und die Terminologie österreichweit geregelt wurden: Statt „Wettkämpfen“ spricht man seither von „Bewerben“, die „Schiedsrichter“ oder „Wettkampfrichter“ heißen seitdem „Bewerter”. Die Bundesländer übernahmen die Bestimmungen aber nur nach und nach in nicht überall in vollem Umfang.





